Bereits Ende der 1950er-Jahre wurde aufgrund verschiedener Ereignisse die Notwendigkeit gemeinsamer Sanierungsmassnahmen für die Bereiche Wasserbau sowie Alp- und Forstwirtschaft erkannt. Dies war die Geburtsstunde des Integralprojekts «Sanierung der Wildbäche westlich des Sarnersees und ihrer Einzugsgebiete». Das Projekt sah Massnahmen im Umfang von 55 Millionen Franken vor und umfasste die Sanierung der Bachläufe, Verbesserung der forstlichen Erschliessung zur Schutzwaldpflege, Entwässerung und Aufforstung sowie kulturtechnische Massnahmen zur Erschliessung und Verbesserung der Heimliegenschaften.
Im Jahr 1995 waren die 1966 und 1990 bewilligten Kredite ausgeschöpft. Mit den verwendeten Mitteln konnten viele der gesteckten Ziele erreicht werden. Trotzdem zeigten immer wieder stattfindende Ereignisse, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. Deshalb wurde im April 1994 beschlossen, ein weiteres Sanierungskonzept auszuarbeiten und vorzulegen. Die Ereignisse im Sommer 1996 (vor allem beim Steinibach am 9. Juni 1996) verzögerten dann die Ausarbeitung des neuen Projekts. Im Rahmen eines Sofortmassnahmenprojekts wurde im April 1997 jedoch beschlossen, am Steinibach und Geribach ein Damm zu bauen.
Das Sanierungskonzept, welches 1997 der Landsgemeinde vorgelegt wurde, umfasst folgende Massnahmen:
- Bestehende Bauwerke wiederherstellen
- Steinschlagschutz/Hangverbau Guberwald oberhalb Glaubenbergstrasse
- Herrenbodenrutschung
- Waldbauliche Massnahmen
- Erstellung eines Unterhalts- und Kontrollkonzepts
Die Gesamtkosten für alle Massnahmen wurden auf 16 Millionen Franken veranschlagt.
Ein Bestandteil des Integralen Sanierungskonzepts Westliche Sarnersee-Wildbäche war die Verbauung im Schwandbach im Abschnitt Huobsteg bis zum Forstwerkhof Sagenegg. Das Projekt beinhaltet den Bau eines Geschiebesammlers und Tossbecken mit einem Nutzvolumen von 5000 m3. Der Einlauf in den Geschiebesammler wurde seitlich mit Blöcken gesichert und die Blockrampe in der Sammlersohle in Beton versetzt. Der Sammler konnte in eine natürliche Mulde eingebettet werden, die bestehende Flanke musste jedoch linksseitig mit einem Damm erhöht werden. Die Abschlussmauer des Sammlers wurde talseitig eingeschüttet. Damit konnte eine bessere Einpassung in die Landschaft erreicht werden. Das Gerinne unterhalb des Geschiebesammlers wurde als Raubettrinne mit in Beton versetzten Querriegeln ausgebildet. Um die Rauigkeit zu verringern und dadurch die Abflusskapazität unter der Mossägebrücke zu erhöhen, wurde die Bachsohle als Pflästerung in Beton ausgebildet.
Das Projekt wurde in der ersten Hälfte 2002 ausgeführt und verursachte Kosten von gut 1,5 Millionen Franken.
Im Integralen Sanierungskonzept Westliche Sarnersee-Wildbäche wurde das Schutzdefizit des Seefurengräbli zwischen See und Wald wegen dem eingedolten Gerinne als gross eingestuft. Deshalb erhielt die Ausführung einer Massnahme erste Priorität. Ausgeführt wurden ein forstliches und ein wasserbauliches Projekt.
Das forstliche Verbauprojekt wurde in der ersten Jahreshälfte 2004 ausgeführt. Es beinhaltete den Bau von 27 Holzsperren unterhalb der Endlosenstrasse. Das soll die Erosion im Mittellauf vermindern und Rutschungen verhindern. Die Kosten beliefen sich auf knapp 140 000 Franken. Bund, Kanton, Gemeinde Sarnen und Giswil sowie die Wuhrgenossenschaft Westliche Sarnersee-Wildbäche finanzierten das Projekt.
Beim wasserbaulichen Projekt traten verschiedene Interessenkonflikte mit weiteren Bauvorhaben auf. Eine Zonenplanänderung war deshalb unumgänglich, was eine zeitliche Verzögerung bei der Ausführung zur Folge hatte. Im August 2004 wurde das Bauprojekt bewilligt und schliesslich zwischen Februar und August 2005 ausgeführt. Es umfasste den Neubau einer Raubettrinne mit geändertem Bachverlauf und den Einbau einer Schürze bei der Brücke Wilerstrasse. Diese bewirkt den Aufbau des Wasserdruckes, was die Verhinderung von Geschiebeablagerungen zur Folge hat. Die Kosten von 650 000 Franken teilten sich Bund, Kanton, Gemeinde Sarnen und Giswil sowie die Wuhrgenossenschaft Westliche Sarnersee-Wildbäche.
Im Jahr 2004 wurde der Ober- und Mittellauf des Chlingengrabens mit Holzsperren verbaut. Dies hatte eine Verringerung des Geschiebepotenzials zur Folge. Die Gefahr einer Überschwemmung oder gar Übersarung des Siedlungsbereichs war dadurch jedoch noch nicht gebannt. Deshalb wurde im Jahr 2005 die Planung des weiteren Verbaus des Chlingengrabens in Angriff genommen. Damit kam ein weiteres Element aus dem Integralen Sanierungskonzept Westliche Sarnersee-Wildbäche zur Ausführung. Verschiedene Varianten wurden untersucht. Nach der Information der Bevölkerung und Gesprächen mit den Grundeigentümern konnte im Juli 2008 das Bau- und Auflageprojekt öffentlich aufgelegt werden. Der Ausbau des Chlingengrabens wurde auf ein 100-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt. Folgende Massnahmen wurden ausgeführt:
Die Bauarbeiten wurden zwischen November 2008 und Juni 2009 ausgeführt. Die Kosten von gut 930 000 Franken für das subventionierte Wasserbauprojekt wurden durch Bund, Kanton und Gemeinde übernommen.
Im Rahmen des Integralen Sanierungskonzepts Westliche Sarnersee-Wildbäche wurden die Risiken und Gefährdungen abgeschätzt und Massnahmenvarianten erarbeitet. Der Schwandbach wurde im Abschnitt Saliwald aufgrund dieser Untersuchungen zum Schutz von Siedlungen und Strassen verbaut. Auf der Haupterosionsstrecke im Saliwald wurden Holzkastensperren eingebaut. Im Weiteren wurden zwischen den Holzkastensperren beidseitig Längsleitwerke realisiert. Weil sich nach den Holzereiarbeiten im obersten Teil eine Rüfe löste, wurde dieser Hang ebenfalls verbaut und das austretende Wasser mittels einer Wellblech-Halbschale über den verbauten Hang abgeleitet. Am Westufer wurden an zwei weiteren Stellen zusätzliche Trapezkänel gebaut, um austretendes Wasser abzuführen. Die Massnahmen konnten zwischen November 2002 und Juli 2003 ausgeführt werden. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf knapp 550 000 Franken und wurden durch Bund, Kanton, Gemeinde und Wuhrgenossenschaft Westliche Sarnersee-Wildbäche finanziert.
Um die Erosionen im Mittellauf des Mosgräbli zu vermindern und somit mögliche Murgänge bis zur Glaubenbergstrasse zu verhindern, wurde im Jahr 2005 das Mosgräbli verbaut. Das Projekt, welches im Rahmen des «Integralen Sanierungskonzepts Westliche Sarnersee-Wildbäche» durchgeführt wurde, sah folgende Massnahmen vor:
Das Projekt wurde 2005 ausgeführt und kostete 280 000 Franken. Die Finanzierung erfolgte durch Bund, Kanton, Gemeinde und Wuhrgenossenschaft Westliche Sarnersee-Wildbäche.
In einer zweiten Phase wurde auch der Unterlauf des Mosgräblis verbaut. In diesem Bereich fanden beträchtliche Erosionen an den Böschungen statt. Diese führten jedoch noch nie zu schlimmeren Ereignissen. Damit auch in Zukunft nicht mit Schäden zu rechnen ist, wurde das Gerinne verbreitert und mit Wuhrsteinen gesichert. Im Weiteren wurden bestehende Ufermauern unterfangen, die Böschungen instand gestellt und bepflanzt. Die Massnahmen konnten Ende 2008, die Pflanzungen im Frühjahr 2009 ausgeführt werden. Die Kosten von 87 000 Franken teilen sich Bund, Kanton und Gemeinde Sarnen.
Nach dem Unwetter am Steinibach vom 9. beziehungsweise 12. Juli 1996 wurde im Rahmen des Integralen Sanierungskonzepts Westliche Sarnersee-Wildbäche eine integrale Massnahmenplanung inklusive Vorprojekt ausgearbeitet. Es war vorgesehen, diese Massnahmen in den kommenden 10 bis 15 Jahren umzusetzen. Sofortmassnahmen wurden umgehend realisiert. In der Region Steinibach und Gerisbach war vorgesehen, weit ausserhalb des Gerinnes ein sogenanntes Sekundärgerinne und einen Schutzdamm zu realisieren. Im eigentlichen Gerinne finden grosse Umlagerungsprozesse statt, welche die bestehenden Leitwerke stark beanspruchen. Ziel dieser Massnahmen ist, dass kein Abfluss ins Siedlungs- und Kulturlandgebiet Ausserlinde stattfindet. Bei der Strasse durch den Forstwald wurden eine neue Furt sowie ein neuer Durchlass realisiert. Die Massnahmen wurden 2000 ausgeführt und kosteten ca. 950'000.- Franken.
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