Das Projekt Überlastfall Giswiler Laui bei der Holzbrücke Rudenz wurde in den letzten drei Jahren erarbeitet und liegt nun als Entwurf vor. Aufgrund der Prüfung durch die kantonale Verwaltung und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird das Projekt noch einige Änderungen erfahren. Parallel zu diesem wasserbaulichen Projekt ist eine Zonenplanänderung in Giswil erfolgt. Die bestehende Gewerbezone links der Laui wurde umgelagert. Diese Massnahme ist notwendig, um den benötigten Überlastkorridor auf der linken Seite der Laui im Gebiet Oberried freizuhalten. Die bereits bestehenden Gebäude der Firma Walter Küng AG sollen mit Objektschutzmassnahmen geschützt werden.
Von oberhalb der Siedlung Mülimattli bis unterhalb der Einmündung des Bluwelbachs ist die Erhöhung des rechtsseitigen Dammes um 30 bis 100 Zentimeter vorgesehen. Dadurch soll für die Siedlung Mülimattli ein höherer Schutz erzielt werden. Weiter ist vorgesehen, die Dämme oberhalb der Holzbrücke mit einer Spundwand zu verstärken. Blocksätze sollen abflussseitig für einen besseren Schutz der Dämme sorgen. Eine zweite Massnahme ist die Anhebung der Holzbrücke Rudenz um einen Meter. Dies wird zur Folge haben, dass die Strassen beidseitig angepasst werden müssen und die Einfahrt zur Oberriedstrasse Richtung Grossteil verschoben werden muss. Neben der Holzbrücke wird eine neue Brücke für den Fussgänger- und Veloverkehr errichtet. Diese Massnahme dient zur Entschärfung der Verkehrssituation auf der Holzbrücke. Auf der rechten Seite des Bluwelbachs ist das seitliche Siedlungsgebiet mit Dämmen und Mauern vor Überschwemmungen aufgrund von Rückstau durch die Laui geschützt.
Oberhalb der Holzbrücke ist linksseitig der Bau eines sogenannten Streichwehrs vorgesehen. Führt die Laui mehr als 100 Kubikmeter Wasser, dies entspricht einem 100-järlichen Ereignis, wird ein Überfliessen des linksseitigen Dammes ermöglicht. Dazu muss der Damm leicht abgetragen und mit einer neuen Streichwehrkante aus Kippelementen versehen werden. Diese Methode hat sich bei der Engelbergeraa in Buochs während des Unwetters 2005 sehr gut bewährt. Als weitere Massnahme werden unterhalb der Mündung Altibach auf der rechten Seite Leitwerke und Damm vor Erosion geschützt. Dadurch sollen Ausbrüche verhindert werden. Das Unwetter 2005 hat gezeigt, dass dies nötig ist. Denn das Leitwerk wurde auf einer Länge von 20 bis 30 Metern stark durch Seitenerosion der Laui beschädigt. Um das Leitwerk zu schützen, werden fünf grosse Blockbuhnen erstellt, die das Wasser immer wieder vom Leitwerk gegen das Gerinne hin ablenken. Erste Berechnungen haben alleine für die Wasserbaumassnahmen Gesamtkosten von 4,5 Millionen Franken ergeben. Sie werden von Bund, Kanton und Gemeinde getragen.
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