Der Fanggraben (Genibach) hat beim Hochwasser vom August 2005 rund 70 000 Kubikmeter Geschiebe in Murgängen ins Talgebiet gebracht und dabei die Kantonsstrasse nach Engelberg, die Liegenschaft Reinerts und den Wald meterhoch mit Geschiebe und Holz verschüttet. Die alte Grabensohle wurde vom Einzugsgebiet beinahe über die ganze Bachstrecke bis auf den anstehenden Fels abgetragen. Dadurch wurde an verschiedenen Stellen auch der Fuss von Hangpartien im Lockermaterial freigelegt. Dies wiederum hatte Nachbewegungen im Hang zur Folge. Dies betrifft vor allem die rechte Seite ab der Fangstrasse abwärts sowie den mittleren Bachdrittel auf der linken Uferseite. Ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde der Bereich zwischen Wand- und Fangstrasse.
In der Zeit ab August 2005 bis 2008 wurden verschiedene Begehungen und Untersuchungen im kritischen Gebiet vorgenommen. Nach Erarbeitung und Beurteilung mehrerer möglicher Varianten ergab sich als Bestvariante die Verschiebung und Streckung (Lage und Gefälle) des Bachlaufes in Richtung Süden mit gleichzeitiger Errichtung eines massiven Leitdamms auf der nördlichen Seite. Das geplante, gleichmässig abfallende Gerinne soll als Raubett mit Sohlen- und Uferblöcken von 3,5 bis 4 Tonnen Gewicht ausgebildet werden. Betonriegel, die alle 15 Meter gebaut werden, werden dem Bauwerk eine zusätzliche Stabilisation geben. Ein Neubau der Kantonsstrassenbrücke mit einer Spannweite von 12 Metern erlaubt die Ausbildung eines breiten Querschnitts, welcher die Durchleitung von grossen Murgängen erlaubt. Die Kantonsstrasse muss an die neue Brücke und Bachführung angepasst werden. Für die Kantonsstrasse resultieren daraus bessere Sichtweiten und Radien im Vergleich zum heutigen Zustand.
Die gesamten Kosten für alle Massnahmen wurden auf 2,6 Millionen Franken veranschlagt. Das Projekt enthält einen strassen- und einen gewässerbaulichen Teil. Die Gewässerverbauung wird im Rahmen eines Wasserbauprojekts durch die Gemeinde, den Kanton und den Bund finanziert. Der Ersatzbau der Brücke über den Genibach wird durch den Kanton Obwalden als Strasseneigentümer finanziert. Die Strassenanpassungen werden zur Hälfte vom Kanton Obwalden und zur Hälfte vom Projekt übernommen. Die Bauherrschaft obliegt der Gemeinde Engelberg.
Nachdem im Oktober 2011 die für die Realisierung der Hochwasserschautzmassnahmen notwendigen Holzereiarbeiten vorgenommen wurde, konnte Anfang November 2011 mit der Realisierung des Wasserbauprojekts begonnen werden. Die Bauarbeiten kommen gut voran. Der Damm und das Gerinne oberhalb der Kantonsstrasse sind grösstenteils fertig erstellt. Mit dem Bau der Umfahrungsstrasse wurde im März 2012 begonnen und ist seit dem 12. April 2012 in Betrieb. Ebenfalls begonnen haben die Aushubarbeiten unterhalb der Kantonsstrassenbrücke. Der Ersatzbau der Kantonsstrassenbrücke und die Anpassung der Kantonsstrasse erfolgen zwischen April und August 2012.

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