Hochwasserschutz Sarneraa, Abschnitt Geschiebesammler Schlierenrüti–Alpnachersee
Gemeinsam mit der Armasuisse mussten bereits vor dem Unwetter 2005 entlang der Sarneraa in Alpnach grosse Schutzdefizite, vor allem im Bereich der ARA und der Industrie, festgestellt werden. Erste, mögliche Sanierungsmassnahmen wurden bereits im Jahr 2002 im Rahmen einer Vorstudie erarbeitet. Daraus entstand ein Vorprojekt. Nach einer umfangreichen Vernehmlassung konnte 2009 das Bauprojekt abgeschlossen werden. Die Vorprüfung durch die kantonalen Fachstellen und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist abgeschlossen und die Rückmeldungen wurden bei der weiteren Projektentwicklung berücksichtigt. Die Auflage des Bau- und Auflageprojektes erfolgte im August/September 2010. Gegen das Projekt gingen verschiedene Einsprachen ein. Zurzeit laufen die Einspracheverhandlungen, welche durch das Bau- und Raumentwicklungsdepartement geleitet werden. Aufgrund dieser Verhandlungen konnte ein Grossteil der Einsprachen bereinigt werden. Zum Abschluss der Einspracheverhandlungen wird ein geschiebetechnisches Gutachten erstellt. Im Anschluss daran wird das Bau- und Raumentwicklungsdepartement Obwalden über das weitere Vorgehen in diesem Projekt entscheiden.
Das Projekt beinhaltet folgende Massnahmen:
- Das Gerinne der Sarneraa ab Mündung Grosse Schliere bis oberhalb der ARA wird verbreitert. Die linksseitigen Dämme werden oberhalb der ARA so gestaltet, dass sie bei Abflüssen, die grösser sind als ein 30-jährliches Ereignis, auf dieser Seite überflossen werden können. Die rechte Uferseite wurde beim Hochwasser 2005 so stark zerstört, dass sie im Zuge der Sofortmassnahmen bereits verbaut werden musste.
- Als weitere Massnahme wird der Durchfluss bei der Eichibrücke grösser und der Mittelpfeiler entfällt. Dank einer vorgezogenen Baubewilligung durch das BAFU konnte die Brücke bereits in der zweiten Hälfte 2009 neu gebaut werden. Die Finanzierung der Brücke erfolgte durch die Gemeinde als Grundeigentümerin und das Hochwasserschutzprojekt.
- Da oberhalb der ARA bereits bei einem 30-jährlichen Ereignis Wasseraustritte erwartet werden, müssen die ARA, die Gebäude der Armasuisse und das Wohnhaus bei der Eichibrücke durch Objektschutzmassnahmen geschützt werden. Ein grosser Teil der geplanten Objektschutzmassnahmen wird definitiv ausgeführt. Vorgesehen sind die Erstellung von Mauern und Gelände-anpassungen. Zudem ist geplant, die Mauern grösstenteils einseitig einzuschütten, damit sie sich besser ins Gelände integrieren. Bei der Piste entlang der Eichistrasse sind temporäre Massnahmen vorgesehen. Sie sollen verhindern, dass das Wasser über die Piste bis zu den Gebäuden der Armasuisse fliessen kann.
- Von der Eichibrücke an flussabwärts wird das Gerinne ausgebaut. Die heute bestehende Eichischwelle wird aufgehoben und durch eine aufgelöste Blockrampe ersetzt. Diese wird so gestaltet, dass sie für Fische kein Hindernis darstellt. Zwischen den beiden Rollbahnbrücken ist eine Aufweitung des Gerinnes geplant. In diesem Bereich soll sich das Geschiebe und Feinmaterial, das weiter unten nicht mehr transportiert werden kann, ablagern. Nach der zweiten Rollbahnbrücke wird das Gerinne so ausgebaut, dass das Wasser problemlos in den See abgeleitet werden kann. Damit die Flachmoore von nationaler Bedeutung periodisch mit Wasser überschwemmt werden, sind auf den letzten rund 170 Metern bis zum See Massnahmen wie die Rückversetzung von Dämmen vorgesehen.
Der Kostenvoranschlag für das Projekt beläuft sich auf 14.6 Millionen Franken.